Archive für 13.2.2007

Ein Erfahrungsbericht von den “Urkost-Schnuppertagen” bei Brigitte Rondholz

Dieser schöne Erfahrungsbericht einer jungen Urköstlerin erreichte mich gerade. „Urkost-Schnuppertage“ bei mir gaben neuen Schwung und Motivation. Es war ein Schub in die richtige Richtung – hin zum urköstlichen Leben mit viel Freude und mit viel Genuss!


Julia Koelpin

Täglich Urbewegung … und nicht auf die Vogelmiere treten!

Nachdem ich endlich nach einer turbulenten Bahn-Reise bei Brigitte zu Hause angekommen war, meine Sachen abgestellt und mich beruhigt hatte, sagte Brigitte: „Wir fangen den Tag mit einer Kokosnuss an!“ Sie kam mit kleinen, hellbraunen, recht glatten „Bällchen“ an. Sie erklärte mir, das seien junge, geschälte Kokosnüsse.

Die Flüssigkeit darin sei das wichtigste Getränk auf diesem Planeten nach der Muttermilch. „Die sehen ja aus wie Brüste!“ bemerkte ich. „Stimmt!“ Ihr war es erst dank mir aufgefallen! Eine der drei Kerben ist weich. Die anderen beiden sehen oft wie Mutteraugen aus. Brüste und ein nettes Mutter-Gesicht – darauf sind wir Menschen genetisch programmiert. In die weiche Stelle (ist sozusagen wie der Mund des „Mutter-Gesichtes“ der jungen Kokosnuss) vorsichtig reinstechen und mit einem Trinkrohr genussvoll austrinken. Später dann mit einem Hammer zwischen der Kerben- und der Unterseite rundherum aufschlagen bis sie aufspringt und das Weiße innen auslöffeln. Im Gegensatz zu den dunklen Kokosnüssen aus dem Supermarkt (die schon alt sind), sind die jungen Kokosnüsse (z.B. wie diese Sorte „Pagode light“) sehr lecker, besonders was ihre wunderbare Kokosmilch anbelangt. Manche umgangssprachlichen Bezeichnungen sind übrigens sachlich falsch:
Kokosnüsse sind Früchte und keine Nüsse. Also ist Kokosmilch keine Milch, sondern Saft, denn es sind ja keine Tiere oder Menschen. Gestärkt ging es weiter mit der ersten der beiden wichtigsten Praxis-Säulen: Urbewegung bei möglichst frischer Luft. Dafür hat Brigitte ein Bewegungs-Programm zusammengestellt, das den Körper von oben bis unten durchtrainiert. Wir auf Bewegung angelegten Menschen brauchen täglich die Durchführung bestimmte Bewegungs-Abläufe, damit die Schadstoffe im Körper abfließen können und sich so der Körper selbst entgiftet. Auf einer Waldlichtung wurde ich phlegmatischer Stubenhocker weiter zur Bewegung animiert, nachdem ich schon durch den Wald gescheucht wurde. Die nächsten Tage fuhren wir direkt zur Lichtung. Denn jahrelang vermied ich Bewegung und wäre sonst zu kaputt gewesen. Inzwischen wird mein Phlegma durch die weiterhin von mir durchgeführte Urbewegung immer weiter abgebaut. Ich fühle mich seit der Urbewegung viel fitter und kräftiger als vorher. Nach dem etwa eine Stunde dauernden Urtraining ging es weiter mit der Vertiefung der 2. Praxis-Säule: Wildgrün sammeln. Weil auf dem Spielplatz Hunde verboten sind, sammelten wir dort weiter. Denn zuvor hatten wir im Wald Brombeerblätter gesammelt. Das ist das Haupt-Wildgrün im Winter, denn dann gibt es nur ein spärliches Angebot an Grünzeug in der Natur. Während ich also Brigitte folgte und noch ein bisschen die bereits vielen Eindrücke verarbeitete, hörte ich sie auf einmal rufen: „Julia, nicht auf die Vogelmiere treten!“ Ziemlich erschrocken drehte ich mich auf dem braunen Laub auf dem Spielplatzboden um, auf dem zwischen dem Laub allerhand Grün war. Die Art und Weise wie sie das rief, erinnerte mich an einen Witz, für dessen Pointe als Schlüsselsatz wichtig ist: „Nicht auf die Enten treten!“ Da erklärte mir Brigitte, die häufig auf Spielplätzen wachsende Vogelmiere sei unser Essen. Außerdem ist es doch angebracht, es sein zu lassen, auf das eigene Essen zu treten. Denn das was da zwischen den braunen Blättern wächst, ist alles Vogelmiere! Ich entwickelte recht schnell einen Blick für das „Vogelmieren-Labyrinth“ zwischen den brauen Blättern dort. Nachdem ich noch zusätzlich Gundermann kennen lernte, entwickelten wir für mich eine Merkhilfe für das Wichtigste der Urmethodik: „Täglich Urbewegung und nicht auf die Vogelmiere treten!“ Übrigens: Brombeersträucher wachsen ja zumindest in Deutschland so gut wie überall. Sind sie unmittelbar an der Straße, bekommen sie zu viele Abgase ab. Werden die Blätter zu tief unten gesammelt (so dass bücken nötig wäre), können sie von Hundedreck verschmutzt sein. Sind sie herbstfarben bzw. sehr fleckig, liegt wahrscheinlich was mit der Erde, in der sie wachsen, im Argen. Trotzdem gibt es genug geeignete; einfach mal aufmerksam durch die Gegend gehen. Ein gutes Zeichen ist es, wenn sie kleine Löcher (eins oder mehrere) aufweisen. Denn dann haben kleine Tierchen wie Käferchen beim Rüberlaufen davon gefressen. Diese Tiere haben einen noch so intakten Instinkt, dass sie merken, ob Grünzeug schon zu stark denaturiert ist oder noch natürlich genug. Also macht es nichts, auch zerlöcherte Blätter zu essen. Im Gegenteil, das sind die besten. Am besten ist es, mit dicken Handschuhen die Blätter-Vereinigungen abzureißen und in einer Tüte bzw. einem Stoffbeutel zu sammeln. Wird eine Plastiktüte zum Zuknoten verwendet, ist sie mit so viel Luft wie möglich zuzuknoten, so dass ein richtiger Luftbeutel entsteht, wo sie schön frisch bleiben, bei Stofftaschen ist das nicht nötig, denn durch Stoff können sie von allein mehr Luft bekommen. Große Blätter machen schnell satt.
… aber es gab auch noch sonst so mancherlei:
[…] Weiterlesen in der nächsten “Natürlich Leben!” bitte!

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