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Archive für 30.5.2007
Es sind nicht die Gene: Fleischessen ist ungesund - Milchtrinken auch!
30.5.2007 von Brigitte Rondholz.
Was wir Urmethodiker schon lange wissen, spricht sich nun auch in den Massenmedien herum. Es dauert nicht mehr lang, dann wird auch die breite Masse schlau werden!
Zitat:
Es wäre ja zu schön gewesen, um wahr zu sein: zu dicke Vielesser schieben die Schuld an ihren überflüssigen Pfunde einfach den Genen in die Schuhe. Schließlich, so will uns die Genforschung Glauben machen, sei fast alles, was uns widerfährt, genetisch vorprogrammiert: von Alzheimer über Alkoholismus, Rheuma, Krebs, Drogenabhängigkeit, Haarwuchs bis Zahnlosigkeit. Tierquäler von den Universitäten Jena und Potsdam sowie dem Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam haben jetzt »herausgefunden«, dass zumindest für die Fettleibigkeit doch nicht ein defektes Gen verantwortlich ist, sondern - wer hätte das gedacht - ungesunde Ernährung (1).
Wie viele Mäuse mussten für diese bahnbrechende Erkenntnis leiden und sterben. Wie stark das Essen unsere Gesundheit beeinflusst, beweisen hingegen unzählige wissenschaftliche Bevölkerungsstudien.
Solche wissenschaftlichen Untersuchungen untermauern auch, was unter »ungesunder Ernährung« zu verstehen ist: zu viel Fett, Fleisch und Milch. Einige aktuelle Studien der letzten zwei Monate: Eine chinesische Studie an 1.204 Frauen mit Gebärmutterkrebs und 1.212 gesunden Frauen untersuchte den Einfluss der Essgewohnheiten auf die Entstehung dieser Krebsart. Das Ergebnis: viel tierisches Eiweiß und Fett in der Nahrung erhöht das Krebsrisiko. Frauen, die am meisten Fleisch aßen, bekamen viermal so häufig Gebärmutterkrebs wie Personen, die sich vorwiegend pflanzlich ernährten (2). Der Fleischkonsum von Müttern hat sogar negativen Einfluss auf die Zeugungsfähigkeit der Söhne.
Das ist das Ergebnis einer Studie der University of Rochester, USA. Die Forscher verglichen die Samenqualität von 387 Männern mit den Essgewohnheiten ihrer Mütter während der Schwangerschaft. Je mehr Rindfleisch die Mütter zu sich nahmen, desto weniger Spermien hatten ihre Söhne. Die Söhne von Wenig-Rindfleisch-Esserinen hatten eine 24 Prozent höhere Spermienquote gegenüber Männern mit fleischessenden Müttern. Das Ergebnis ist auf die Hormone zurückzuführen, die in den USA üblicherweise bei der Rinderzucht verwendet werden (3).
Eine andere Studie bewertete den Zusammenhang zwischen Lignanen, pflanzlichen Östrogenen, die in Obst, Gemüse und Getreideprodukten vorkommen, und dem Risiko in den Wechseljahren an Brustkrebs zu erkranken. Frauen, die am meisten Lignane konsumierten hatten ein 17 Prozent geringeres Risiko Brustkrebs zu bekommen (4). In einer über 17 Jahre dauernden Studie wurde der Zusammenhang zwischen Kalziumkonsum und Prostatakrebs bei 29.133 Männern unter die Lupe genommen. Viel Kalzium (mehr als 2.000 mg pro Tag) ergab ein um 63 Prozent höheres Krebsrisiko, gegenüber wenig Kalzium in der Nahrung (unter 1.000 mg pro Tag). Dass Prostatakrebs durch zu viel Milch ausgelöst werden kann, ist bereits seit langem bekannt. Diese neue Studie belegt, dass es offensichtlich das Kalzium in der Milch ist, das die Aktivierung von Vitamin D im Körper hemmt. Dieses wiederum ist für die Prostata wichtig. Viele Milchprodukte sind zwar mit Vitamin D angereichert, der hohe Kalziumgehalt verhindert aber eine Aktivierung des Vitamins (5). Fettreiche Mahlzeiten erhöhen den Herzschlag und den Blutdruck. Das ist das Ergebnis einer aktuelle Studie aus Kanada. Wissenschaftler der Universität Calgary analysierten die Wirkung einer einzelnen fettreichen (42 g) oder einer fettarmen (1 g) Mahlzeit bei 30 gesunden Probanden. Bei verschiedenen Stresstests stieg der Blutdruck bei der ersten Gruppe 1,25 bis 1,5 mal stärker an, als in der zweiten Gruppe (6).
Literatur (1)
Spiegel Online, 03. April 2007. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,475301,00.html (2) Xu W, Dai Q, Xiang Y, Zhao G, et al. Nutritional factors in relation to endometrial cancer: A report from a population-based case-control study in Shanghai, China. International Journal of Cancer. 2007: 120, 1776-1781 (3) Swan SH, Liu F, Overstreet JW, Brazil C, Shakkebaek NE. Semen quality of fertile US males in relation to their mothers’ beef consumption during pregnancy. Human Reproduction, March 28, 2007, doi:10.1093/humrep/dem068 (4) Touillaud MS, Thiebaut A, Fournier A, Niravong M, et al. Dietary lignan intake and postmenopausal breast cancer risk by estrogen and progesterone receptor status. Journal of the National Cancer Institute, 2007: 99, 475-486 (5) Mitrou PN, Albanes D, Weinstein SJ, Pietinen P, et al. A prospective study of dietary calcium, dairy products and prostate cancer risk (Finland). International Journal of Cancer, 2007: 120, 2466-2473 (6) Jakulj F, Zernicke K, Bacon SL, Wiellingen L, et al. A high-fat meal increases cardiovascular reactivity to psychological stress in healthy young adults. Journal of Nutrition 2007: 137, 935-939
Dr. med. vet. Corina Gericke
/Zitat
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