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Archive für 26.7.2007
Fuchsbandwurm - eine Fata Morgana der Risiko-Industrie
26.7.2007 von Brigitte Rondholz.
Seit vielen Jahren warnen offizielle staatliche Stellen, Veterinärämter und Mediziner vor den gar schröcklichen Gefahren des Fuchsbandwurmes, so wie sie auch vor Zecken und anderen Dingen warnen, um von den wirklich gefährlichen hausgemachten Gefahren des Lebens ein wenig abzulenken. Wirkliche Gefahren sind folgende Tatsachen (nur für Deutschland!):
Franz Konz und der „Bund für Gesundheit“ sagen und schreiben seit Jahr und Tag, dass es gefährliche, natürliche Kleinstlebewesen nicht für denjenigen gibt, der natürlich lebt und isst, und wir mussten uns dafür von den Bütteln der Schulmedizin und anderen gläubigen Schulmedizinern als „Mörder“ beschimpfen lassen.
Dabei steht fest: Selbst ein nur halbwegs gesund lebender Mensch kann sich vor natürlichen Mikroorganismen gut selbst schützen. Weil eben durch diese beständigen Reizungen die Abwehrkräfte gestärkt werden. Ja, wir sagen sogar, dass die Mikroorganismen, einschließlich der Fuchsbandwurmeierchen, die uns hier in Europa schon seit Jahrtausenden um die Näschen wehen, sogar bitter nötig für uns sind, um das natürliche Immunsystem fortlaufend in Gang zu halten, weshalb wir unsere WILDpflanzen ja auch stets ungewaschen zu uns nehmen. (Natürlich wird niemand so dumm sein, in der Nähe von Hundeauslaufstrecken oder neben Straßen zu sammeln, aber so viel gesunden Verstand setzen wir bei unseren Mitgliedern einfach voraus!)
Aber nun geben also auch die offiziellen Ämter und Mediziner wieder grünes Licht und auch der Durchschnittsbürger darf sie wieder essen, die köstlichen Beeren des Waldes, weil diese Lüge nicht länger haltbar war.
Wie gütig und gleichzeitig auch wie schade, dass die Muggeln nun wieder als Mitbewerber bei den Früchten des Waldes auftauchen.(Ha ha…)
Peter Kern, Infektionsmediziner am Uniklinikum Ulm in dem Fachblatt “Münchner Medizinische Wochenschrift” (2007, Nr. 29–30, S. 18):
“Es gibt keinen Beleg dafür, dass beim Verzehr von Waldbeeren ein Risiko besteht, sich mit dem Fuchsbandwurm zu infizieren.”
In Ulm dokumentiert man alle gesicherten Fälle von Erkrankungen des Menschen durch den Fuchsbandwurm (Echinokokkus multilocularis), die von den Ärzten gemeldet werden. Hier befindet sich der deutsche Stützpunkt des Europäischen Echinokokkose-Registers.
Im übrigen Deutschland, auch in Berlin, “finden sich bis jetzt nur Einzelfälle im Abstand von mehreren Jahren”, heißt es im “Epidemiologischen Bulletin” Nr. 15/2006 des RKI. Dort werden auch die Ergebnisse einer RKI-Studie mit 40 Patienten und 120 vergleichbaren Kontrollpersonen mitgeteilt. Das Risiko, sich die Fuchsbandwurmkrankheit zu holen, ist demnach “deutlich höher bei Personen, die in der Landwirtschaft tätig sind oder Umgang mit Hunden haben”.
Ein Zusammenhang mit dem Sammeln und Essen von Wildbeeren oder -pilzen ergab sich nicht. […] Selbst medizinische Wörterbücher weisen immer nur auf Hunde, nie auf Beeren als Infektionsquelle hin. Warum hält sich die Angst vor dem Ungeheuer vom Sommerloch, dem weniger als drei Millimeter kleinen Fuchsbandwurm, so hartnäckig? “
Die Warnungen sind schnell raus, die Entwarnungen kommen nicht recht an”, sagte Angelika Michel-Drees vom Bundesverband der Verbraucherzentralen kürzlich bei einer Tagung des Bundesinstituts für Risikobewertung.
Dessen Präsident Andreas Hensel meinte selbstkritisch: “Wir haben eine Risiko-Industrie, und daran sind nicht nur die Medien, sondern auch die Verbraucherzentralen und die Wissenschaft beteiligt.” Die Furcht vor dem Fuchsbandwurm war offenbar ein besonders erfolgreiches Produkt dieser “Industrie”.
So so:
„Risiko-Industrie“!
Nun denn, ich hoffe, dies ist für viele Menschen ein „Augenöffner“! Guten Appetit also mit den herrlichen Früchten des Waldes.
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