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STILLEN MIT HINDERNISSEN und dann auch wieder ein Erfolg der Urmethodik bei Neurodermitis
Dieser wunderschöne und mutmachende Erfahrungsbericht einer jungen Frau und Mutter, die ein Seminar bei mir machte, erreichte mich dieser Tage:
Im Frühjahr 2006 wurde meine kleine Tochter Svenja geboren und dies war sicher das bisher größte Ereignis in meinem Leben. Schon lange vor der Geburt war mir klar, dass ich unbedingt stillen möchte und das so lange, wie es mein Baby möchte.
Mir war auch schon vor der Schwangerschaft das nobelpreisverdächtige Buch DGGK bekannt. Leider war auch ich zu schwach, mich sofort und umgehend ernährungsmäßig danach umzustellen. Wie ich nun weiß, ein schwerer Fehler. Aber wie so oft braucht man erst einen „Leidensdruck“, bevor man endgültig erwacht.
Es blieb nach dem Reinlesen und der „Erleuchtung“ trotzdem lediglich beim Erhöhen der Frischkostzufuhr, dem sofortigen Absetzen der Pille, dem Verzicht auf Kosmetika und andere starke Chemikalien. Medikamente bei Krankheiten hatte ich schon seit Jahren instinktiv nicht mehr genommen; eine Ärztin schrieb mir bei meiner jährlichen Bronchitis immer Rettichsaft und Salbeitee auf. Dies klang mir immer angenehmer, obgleich ich es auch nicht einnahm, sondern mich immer nur ins Bett legte.
Für die Geburt hatte ich mich recht früh innerlich für das Geburtshaus entschieden, auch wenn ich dies mal wieder vor aller Welt – besonders vor meinem Partner - rechtfertigen musste. Er hat es dann schweigend geduldet. Im Geburtshaus klappte alles prima, zwei Hebammen waren anwesend. Es war zwar eine anstrengende 8-Stunden-Geburt, aber in einer entspannten Atmosphäre. Sein kleines 37°C warmes Baby auf dem Bauch liegen zu haben, verursacht wohl das größte vorstellbare Glücksgefühl. Die Nabelschnur ließ man auch „ordnungsgemäß“ auspulsieren. Die Augenprophylaxe für mein Baby konnte ich verhindern, 2 von 3 folgenden Vitamin-K-Gaben leider nicht, da der Kindsvater anwesend war.
Dass sich das Stillen zu einem Problem entwickeln würde, hatte ich nicht erwartet. Natürlich las ich vorbereitend darüber etwas. Auch eine meiner Hebammen war eingeweiht, da ich Schlupfwarzen hatte. Sie empfahl mir sog. Brustwarzenformer (z.B. von Medela), die aber in dem heißen Sommer eher lästig unter dem BH zu tragen waren. Stattdessen bat ich meinen Partner, regelmäßig daran zu saugen, so dass sie „trainiert“ wurden.
Doch als Svenja auf der Welt war, klappte es in den ersten zwei Tagen überhaupt nicht. Kaum herausgesaugt, verschwanden sie wieder… So musste ich den Vorschlag der Hebamme annehmen, mit Stillhütchen zu stillen. Plötzlich klappte alles prima und ich war so erleichtert. Stillhütchen gibt es aber in unterschiedlichen Größen. Ich bekam Größe S und machte mir darüber keine Gedanken. Ein weiterer Fehler, wie sich im nachhinein herausstellte. Es vergingen Tage und Wochen bis die Hebamme feststellte, dass Svenja nicht ausreichend zunahm. Ich dachte, ‚das kann doch nicht wahr sein’. Ich stillte mit dem größten Vergnügen, hatte also den Kopf frei, so dass es keine psychischen Ursachen haben konnte. Aber die Waage bestätigte: nur 30-40g Gewichtszunahme pro Mahlzeit. Das war definitiv zu wenig. Wenn ich mir die Fotos aus der Zeit anschaue, sah mein Baby auch sehr, sehr mager aus, aber sicher nicht lebensbedrohlich.
Es erklärte mir nun auch ihr dauerndes Weinen und dass sie dauernd ihre Hände in den Mund steckte. Außerdem hatte ich zwei heftige Milchstaus mit Fieber, Schüttelfrost und völliger Kraftlosigkeit. Ich lies sofort die Stillhütchen weg, obgleich dies sehr schmerzhaft für mich war, aber immerhin konnte sie in der Zwischenzeit die Brustwarzen fast selber heraussaugen. Aus jetziger Sicht hätte ich auch sofort alles stehen und liegen lassen müssen und mich im Zimmer einschließen und „Stillmarathon“ betreiben müssen…das hätte die Produktion angeregt.
Ich ging auch sofort zur La-Leche-Stillberaterin. Aber sie und auch die Hebamme drängten mich zum Zufüttern, da sonst ‚das Gehirn nicht ausreichend versorgt wäre’…
Drei Tage und Nächte wand ich mich, stillte wie ein Weltmeister 2-stündlich, stündlich, halbstündlich…ich war verzweifelt und erlag dann trotzdem ihrem Drängen, da Svenja einfach nicht zunahm. 4 Wochen lang musste ich zu den meisten Mahlzeiten Chemiefabrikmilchpulver zufüttern und es brach mir das Herz.
Aus jetziger Sicht hätte ich es doch lieber mit Mandelmilch oder Kokosmilch versuchen sollen. Erst nach 4 Wochen war dann die Milchproduktion wieder eingepegelt, die durch zu kleine Stillhütchen (wie wir im Nachhinein analysierten) gesunken war. Ich hätte – wenn überhaupt – Stillhütchen in Größe L nehmen müssen. Ein altes Ammenmärchen, nämlich dass man niemals unter 2 Stunden anlegen soll, weil sonst neue auf angedaute Milch trifft und zu Blähungen führt, wurde dabei auch widerlegt. Svenja schläft mittlerweile nur an der Brust (oder im Auto) ein. Das Phänomenale dabei ist, dass sie selber genau zu trennen vermag zwischen „Trinken bei Durst“ oder „Nuckeln zum Einschlafen“.
Fast zeitgleich mit dem wieder voll Stillen kam die nächste Sorge: An den Beinen der Kleinen traten erste Ekzeme durch die schreckliche Kunstmilch auf…Neurodermitis.
Auch damals war ich noch zu schwach, da ich nicht wusste, wie die Urkost in der Großstadt gelebt werden konnte…und als Stillende hat man Hunger wie ein Bauarbeiter. Also aß ich weiter Schlechtkost und wusste aber, dass dies der falsche Weg war…weitere 3 Monate vergingen, bis ich endlich auf die restlichen Dinge verzichtete wie Fisch, Käse, Gewürze, Back- und Teigwaren…so wurde es zumindest nicht schlimmer, aber auch noch nicht besser.
In der Zeit des Kratzens ergab sich eine weitere Sache von selbst: es war nun auch meinem Partner klar, dass wir das Kind nicht sich selbst in seiner Wiege überlassen können, sondern dass wir es nachts sanft vom Kratzen abhalten müssen, bzw. sie beim Kratzen „unterstützen“, so dass nicht alles blutig wurde. Und ab dem Tag schlief Svenja in unserem Bett – etwas, was ich auch gern ab dem ersten Tag wollte und was aber vorher für ihren Vater auch tabu zu sein schien !
Nun, es waren Monate der Quälerei für die Kleine und mich, die wohl tränenreichste Zeit meines Lebens. Um mit meiner Familie (besser gesagt mit meinem Partner und seinen Eltern) einig zu werden, begab ich mich auch noch unsinnigerweise in eine Hautklinik, die zwar nicht mit Kortisonsalben arbeitete, aber dennoch eine Qual für Svenja und mich war, da es verlorene Zeit auf dem Weg zur Urkost war.
Von der Urkost wollte niemand etwas wissen, man tat Herrn Konz als „Guru“ und „Sektenoberhaupt“ ab, ohne jemals tiefer in sein Buch zu schauen…ich fand leider keinerlei Unterstützung, die ich so dringend gebraucht hätte.
Aber noch von der Klinik aus buchte ich die “Urkost-Schnuppertage”, da ich wusste, dass nur durch konsequente Urkost eine Linderung oder Heilung kommen konnte. Erst die wirkliche Urkost unter Anleitung von Brigitte brachte dann auch wirklich die Erlösung. Bereits nach 4 Tagen (!) konnten wir eine Besserung erkennen. Die Wangen waren weniger rot, die Beine nässten nicht mehr. Ich konnte sie nachts frei im Bett liegen lassen, ohne sie vom Kratzen abhalten zu müssen. Sie kratzte zwar noch, aber nicht mehr blutig und ununterbrochen.
Seitdem sind ein paar Monate vergangen und alles ist deutlich besser geworden um nicht zu sagen fast ganz weg ! Man konnte Tag für Tag zusehen, wie das Ekzem eintrocknete und die Kratzer blasser wurden. Auf meinem Weg, die Urkost zu Hause zu leben, kamen dann zwar immer noch Holpersteine, denn ich musste mich verbal verteidigen, trotzdem die Ergebnisse nicht zu leugnen waren!! Immer noch kamen Sätze wie:
„Mangelernährung“ ohne Fleisch! „Wenn dem Kind was passiert, zeige ich Dich an“.
Ich hatte auch noch „Schwächeanfälle“, da nicht immer ausreichend Kräuter und Rohkost im Haus waren.
So griff ich vor lauter Hunger immer noch mal zu gekochten Kartoffeln, Reis, Quinoa und Buchweizen, was die Haut aber immer wieder verschlechterte. (Mittlerweile fand ich wohl auch die Erklärung dafür: Kinder unter 18 Jahren können mangels vorhandenem Enzym die Stärke aus diesen Nahrungsmitteln nicht verdauen.)
Jetzt habe ich meinen Rhythmus gefunden, auch Orte außerhalb der Großstadt zum Sammeln der Kräuter und es wird geduldet, da die Haut der Kleinen deutlich besser geworden ist und somit auch ein entspanntes Familienleben möglich geworden ist.
Vor einigen Tagen fuhren wir dann noch zu einer Mutter-Kind-Kur an die Nordsee, um aus der Stadt herauszukommen. Das war zumindest in den Augen des Papas etwas „Unschädliches“ und somit auch klar von ihm befürwortet.
Ein Telefonat mit der Diätassistentin der Klinik ergab, dass man uns täglich Rohkost zur Verfügung stellen würde! Aha!
Man ließ uns in Ruhe machen, der betreuende Arzt meinte:
„Na, wenn Sie etwas gefunden haben, was Ihnen hilft, dann werde ich Sie nicht davon abbringen…“.
(Es gibt sie also noch, die VERNÜNFTIGEN und KLUGEN Ärzte!BR)
Dank einer engagierten Küchenkraft fanden sich sogar eines Tages Gänseblümchen, Sauerampfer und Birkenblätter auf meinem Rohkostteller.
Da musste ich fast mit den (Freuden-) Tränen kämpfen. Soviel Unterstützung hatte ich noch nie erhalten!
Den ganzen Artikel könnt Ihr in der übernächsten „NL“ lesen! (BR)