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Will die Süßkartoffel eigentlich von uns gegessen werden?
Brigitte Rondholz
Bataten – süß, knackig, lecker und gesund – die tolle Knolle hat’s in sich!

Ob die Urkostpraxis klappt oder eher etwas lustlos vor sich hindümpelt, hängt oft von nur wenigen Faktoren ab. Es müssen durchaus nicht nur Tropenfrüchte sein, die uns den Alltag versüßen, auch die rote Süßkartoffel - diese wunderbare Knolle - kann durchaus zum Gelingen beitragen - als Snack zwischendurch oder als sättigende Gemüsebeilage.
Bataten (Ipomoea batatas), auch rote Süßkartoffeln genannt, sind hierzulande noch ziemlich unbekannte Knollen, jedoch seit geraumer Zeit im Bio-Gemüsehandel zu finden. Sie werden in nahezu allen tropischen und subtropischen Ländern, aber auch Italien, Spanien und Portugal angebaut. Der größte Batatenproduzent ist China, mit einem Drittel der Weltproduktion, weshalb die Süßkartoffel auch das am meisten verzehrte Lebensmittel der Welt ist. Die Nutzung der Süßkartoffel als Kohlenhydratquelle zur Deckung des Kalorienbedarfs steht in den meisten Anbaugebieten wohl oft im Vordergrund.
Die Süßkartoffel ist ein Wurzelgemüse, gehört aber in die Familie der Windengewächse (Convolvulaceae), deren Pflanzen sich krautartig am Boden “winden”. Eine Verwandtschaft mit der Kartoffel besteht trotz des Namens nicht, dennoch wächst sie wie Kartoffeln unter der Erde. Die Knollen sind in der Regel faustgroß und rundlich, aber es gibt auch schmale, längliche Exemplare, die sogar sehr kleine Kinder schon zum Abbeißen in der Hand halten können.
Es gibt aber auch Knollen, die bis zu 1,5 Kilogramm schwer werden. Die Schalenfarbe variiert zwischen mehr gelblich und rötlich. Der Geschmack ist süßlich und mild, die Konsistenz ist knackig, aber nicht ganz so hart wie die der Mohrrübe. Auch für ihre illustre Verwandtschaft, Yam und Maniok, braucht sie sich nicht zu schämen.
Ursprünglich stammt sie aus dem tropischen Amerika und wurde von Christoph Kolumbus nach Europa gebracht. Sie wurde als Speise der Armen in Spanien und Portugal angebaut und (auch) wegen ihres Rufs als aphrodisierendes Nahrungsmittel in großen Mengen nach England importiert. Besonders Heinrich VIII., immer bedacht auf die Stärkung seiner Manneskraft, soll von ihrer Verwendung in Pasteten sehr angetan gewesen sein.
In Deutschland erfreut sich die rote Süßkartoffel erst neuerdings einer größeren Beliebtheit, gerade auch unter Rohköstlern. Der Grund: sie ist - anders als die bei uns so beliebte Kartoffel - auch roh in größeren Mengen wunderbar zu verzehren.
In Japan, in der Region Kagawa, wird sie vor allem roh gegessen und die örtliche Bevölkerung leidet dort nicht unter Zivilisationskrankheiten wie Bluthochdruck, Blutarmut und Diabetes.
Die oberirdischen Blätter der Süßkartoffel können ebenfalls gut verwertet werden und sind dem Spinat oder dem Mangold ähnlich.
Durch antioxidierende und jede Menge „Jungbrunnen-Substanzen“ auf Platz Eins
Luftverschmutzung, Rauch, Alkohol, Medikamente, Strahlen und Chemikalien betreffen auch uns Urmethodiker zum Teil und haben eines gemeinsam: sie erzeugen freie Radikale. Die freien Radikalen greifen zahlreiche lebenswichtige Zellkomponenten an, beispielsweise die Zellmembranen.
Zur Abwehr sind das Beta-Karotin und das Pro-Vitamin A in der Süßkartoffel besonders hervorzuheben. Es ist das Antioxidanz, dessen Anwesenheit man sofort durch seine leuchtend orange Farbe erkennt.
Schon 100 Gramm der Süßkartoffel enthalten fast das Dreifache des Vitamin A - und mehr als ein Drittel des Vitamin-C-Bedarfs.
Die rote Süßkartoffel ist reich an Mineralien, wie Topinambur enthält sie sehr viel Eisen. Auch Kalium, das unseren Wasserhaushalt reguliert, ist sehr reichlich vorhanden, ebenso Ballaststoffe, Proteine und Kohlenhydratkomplexe.
Durch diesen raffinierten Cocktail antioxidierender Stoffe hilft die rote Süßkartoffel uns gegen alle Zellfeinde optimal zu wehren.
Noch einmal für Euch zur Beruhigung: Wie wir seit langem wissen, haben Antioxidantien die Eigenschaft, zellschädigende freie Radikale unschädlich zu machen, sodass Ihr nicht immer schreckensbleich auf die Umwelt-Horror-Meldungen schauen müsst, sondern noch guten Muts und fröhlich in die Zukunft schauen könnt. (Wenn wir nicht mehr fröhlich sind, wer sollte es sonst für unsere Kinder sein?)
Von einer amerikanischen Non-Profit-Organisation (CSPI) wurde der Süßkartoffel mit 184 Punkten der erste Platz unter allen Pflanzen zugesprochen. Die zweitplazierte weist nur eine Punktzahl von 84 auf. (Die Punktezahl erhöht sich durch die positiven Inhaltsstoffe, während gesättigte Fette, Cholesterin, Natrium, raffinierter Zucker oder Koffein sie zum Beispiel reduziert).
Wir Urmethodiker wissen natürlich, dass alle pflanzlichen Lebensmittel wertvoll sind und sehen solche Qualifikationen eher mit Skepsis, dennoch finde ich sie erwähnenswert.
Diabetiker – aufgepasst!
Emsige und profitgierige Forscher haben herausgefunden, dass vor allem in der Schale der tollen Knolle Substanzen enthalten sind, die zu einer Senkung des basalen Blutzuckerspiegels, des Cholesterins und des glykosylierten (glykierten) Hämoglobins führen und dadurch diesen Menschen eine Verbesserung ihres Gesundheitszustandes bringen. Diese positiven Ergebnisse wurden sogar in der offiziellen Zeitschrift der „American Diabetes Association“ veröffentlicht.
Auch die „ÄRZTLICHE PRAXIS“ / Jahr 2004 / Ausgabe: 22 / schrieb auf Seite: 7:
„Mit Süßkartoffel gegen Diabetes
WIEN (rö) - Weiße Süßkartoffeln beziehungsweise das daraus hergestellte Nahrungsergänzungsmittel Caiapo hat Bernhard Ludvik an der Universitätsklinik Wien erfolgreich bei Diabetikern eingesetzt. Unter einer zwölfwöchigen Therapie sanken sowohl der HbA1c-Wert als auch der Nüchtern-Blutzucker“.
Univ.-Prof. Dr. Heinz Ludvik präsentiere anlässlich der gemeinsamen Tagung der Österreichischen Diabetesgesellschaft (ÖDG) und der Österreichischen Gesellschaft für Endokrinologie und Stoffwechsel in Linz Caiapo, ein Extrakt aus der Süßkartoffel, welches als effektiver Insulinsensitizer und potenziell auch als antiatherogenes Mittel wirkt. (Verhinderung der arteriosklerotischen Plaques, welche zur Manifestation der Arteriosklerose führt.)
Bemerkenswert daran, ja, schon fast belustigend, ist für mich die Tatsache, dass Schulmediziner wieder Extrakte herstellen müssen, um sie als teure „Nahrungsergänzungsmittel“ zu verhökern, anstatt die Menschen über die Verwendung des frischen Lebensmittels als Ganzes aufzuklären.
Frisch und knackig - damit die Zähne ordentlich was zum Kauen haben
Und dabei schmeckt doch frisch und natürlich alles so viel besser! Darüber hinaus hat man ordentlich was zu kauen, was wiederum für die Verdauung, zur Verhinderung von Karies und zur Förderung unserer Intelligenz wichtig ist. Und last but not least - uns Menschen sehr viel Spaß macht! Vorausgesetzt, man nimmt sich die nötige Zeit dazu und fällt nicht in das hastige und unbefriedigende schnelle „Schlingen“ aus matschigen Kochkostzeiten zurück.
Gerade auch die Süßkartoffel möchte lang und genüsslich gekaut werden. Bitte erst schlucken, wenn alles verflüssigt ist, dann ist der Genuss nachhaltiger und die Sättigung viel länger vorhaltend.
Es gibt so viele bezaubernde Genüsse, die von Eurer Zunge durchgewalkt und liebkost werden wollen, selbst nach so vielen Jahren Urkost hört das tägliche immer wieder neue Genießen und die Freude darüber bei mir nicht auf.
Die Erfolgsgeschichte der Urkost beruht auf dem Lustgewinn
Ich möchte es einmal so formulieren: Die Erfolgsgeschichte der Urkost hätte nicht die geringste Chance, wenn sie nicht mit einem riesigen LUSTGEWINN verbunden wäre.
Und wenn wir Menschen nicht mit unserem „Bauchgehirn“ (Intuition) ganz genau wüssten, dass so zu leben nicht nur gesund ist, sondern der Wahrheit der „allwissenden Natur“ entspricht, egal, was die momentane „Wissenschaft“ dazu gerade so verlautbaren lässt.
Stoppt den Zerstörungswahn unserer schönen Erde
Wir wissen also intuitiv: Nur durch eine reine und pflanzliche Kost kann der Pflanzenesser Mensch wieder gesunden und unser Planet wieder heil werden. Alles andere wäre „Kappes“, wie der Rheinländer zu sagen pflegt, letztlich nur ein Herumdoktern an den Symptomen.
Nach einer neuen Studie der Welternährungsorganisation ist die Viehzucht fürs Klima (NOCH) schädlicher als der Straßenverkehr und verursacht noch mehr Treibhausgasemissionen.
(In einer neuen Studie namens “Der lange Schatten des Viehs”: Weltweit erzeugen rund 1,5 Milliarden Rinder, 1,7 Milliarden Schafe und Ziegen sowie unzählige Schweine und Hühner 18 Prozent der weltweit freigesetzten Treibhausgase und damit mehr als der gesamte Transportsektor.)
Alle Erkrankungen, ja, letztlich alles Böse auf der Erde, resultieren einzig und allein aus der Unkenntnis der Naturgesetze oder weil der Mensch schlauer als die Natur sein will. So vertraut er “Wissenschaftlern” mehr als seiner intuitiven Intelligenz und seinem Körperwissen, was zu dem fatalen Zustand unserer Welt geführt hat.
Lasst uns alle gemeinsam diesen Kreislauf durchbrechen, gebt Euer Wissen weiter an die Menschen, die Interesse zeigen und werdet nicht müde, Euren Kindern und Kindeskindern ein gutes Vorbild bei der natürlichen Ernährung und naturgemäßen Lebensweise zu sein.