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Archive für 20.8.2010
Vom Segen der rein vegetarischen Rohkost im Wandel der Zeit
20.8.2010 von Brigitte Rondholz.
Es mutet immer wieder seltsam an, aber Menschen mit gaaaanz altem und überholten Denken schwadronieren noch heute manchmal von “Mangelerscheinungen” bei veganer/vegetarischer Rohkost.
Das ist allerdings so daneben, fast schon lustig, dass man kaum noch Lust hat näher drauf einzugehen.
Denn schon vor knapp 100 Jahren warnte der Vegetarier Dr. Hindhede Deutschland mit den Worten:
“Deutschland habe nicht nur mit drei europäischen Großmächten zu kämpfen, sondern mit einer noch weit gefährlicheren Großmacht: mit dem Schwein!” (Wobei das arme Schwein natürlich nichts für die Dummheit der Menschen kann, der Mensch ist sich selber der größte Feind!!)
Er prangerte schon damals die falschen Lehren des Eiweiß-Dogmas (120 g pro TAG) als gesundheitsschädlich an. Es wurde schon damals einwandfrei nachgewiesen, dass 30- 40 g Eiweiß für einen Schwerstarbeiter ausreichend ist!
(Heute sagt man: Wir brauchen mindestens 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht täglich. Wenn man also 70 Kilogramm wiegt, sollte man jeden Tag mindestens 56 Gramm Eiweiß zuführen.)
Das ist mit regelgerechter pflanzlicher Rohkost (Urkost) leicht getan!
Schon damals wurden, abgesehen von den volkswirtschaftlich Schädigungen der “Eiweißüberschussernährung”, die gesundheitlichen Folgen des Fleischessens erkannt:
Rheumatismus, Gicht, chronische Nierenentzündung, Arterienverkalkung, Leberverhärtung … etc.
Faustformel damals schon: 1 Pfund (500g) Fleisch pro Tag (was üblich war in bürgerlichen Kreisen) = Eiweißüberlastung.
>Längst ist dies heute gesicherte medizinische Erkenntnis, dass ein Zuviel an Eiweiß die Gesundheit des Menschen beeinträchtigt, die den Harnsäurespiegel im Blut ansteigen lässt. Die Folge ist Gicht. Außerdem begünstigt eine hohe Proteinzufuhr Osteoporose, denn je mehr Eiweiß aufgenommen wird, desto mehr Kalzium scheiden die Nieren aus. Der für die Knochen wichtige Baustoff geht damit verloren und fördert zudem die Bildung von Nierensteinen.
Auch die Erkenntnisse von damals bestätigen sich heute:
“Neun Zehntel aller Krankheiten kommen von falscher Ernährung. Weniger Eiweißzufuhr - mehr Muskelkraft. “
(Quelle: Dr. Friedrich Wolf: “Die Natur als Arzt und Helfer”).
Habe ich mal antiquarisch erstanden, es ist eine wahre Fundgrube (werde ich mal öfter daraus zitieren).
Die Forschungen gingen weiter seit damals:
Der Arzt Prof. Lothar Wendt prägte den Begriff der “Eiweißmast”.
Mit seinen Untersuchungen stellte er fest, dass der Körper des Menschen Eiweiß in den Zellzwischenwänden speichern kann. Dies führt zu einer Verdickung der Membran der kleinen Blutgefäße und ist damit, laut Wendt, eine Ursache unserer typischen Zivilisationskrankheiten wie Arteriosklerose, Herz- Kreislauferkrankungen oder Altersdiabetes. Der Arzt geht davon aus, dass vor allem ein Zuviel an tierischem Eiweiß aufgrund der hohen biologischen Wertigkeit zur Verschlackung des Menschen beiträgt. Aus pflanzlichem Protein kann der Körper weniger Eigeneiweiß aufbauen, das abgelagert werden kann.
Viele Menschen leiden unter Eiweißmangel, obwohl sie viel Eiweiß essen. Weil sie sich falsch ernähren. Das können sie Mengen in sich hineinschaufeln bis zum Geht-nicht-mehr. Es wird niemals reichen!
Dr. med. v. Kügelgen, Dresden, sagte schon 1926 in einem Rundfunkbeitrag:
“Die beste Zubereitung von Speisen … keine Zubereitung!”
Prof. E. Friedberger beobachtete bei der Einnahme des Hotelessens zuerst an sich selbst, dass der Sättigungs- und Nährwert der Speisen nicht nur abhängig war von ihrer Zusammensetzung, sondern ganz wesentlich von dem Erwärmungsgrad und Dauer beim Kochen. Tierversuche (die man sich in den Falle durchgehen lassen kann…) bestätigten seine Selbstbeobachtung, dass gekochtes Essen weniger lange “vorhält” als ungekochtes.
Rohköstler und Vegetarier hatten dies schon seit Jahrzehnten - zum Gelächter der Umwelt - behauptet..
Und wir Urmethodiker können dies absolut bestätigen im Jahre des Herrn 2010.
Prof. Friedberger:
” Von allen Tierspezies hat der Mensch allein die Kunst erfunden, die Nahrung zu kochen, und nur er und seine Haustiere machen Gebrauch davon. Ich möchte die Entdeckung des Kochens, die man gerne als einen der größten Kulturfortschritte bezeichnet, in mancher Beziehung der Auffindung des Alkohols, des Tabaks und anderer Rausch- und Genussgifte an die Seite stellen.
Der Mensch hat das Kochen angewandt, weil er vom gekochten Essen mehr verzehren kann als von Rohkost. Er verlängert sich also durch das Kochen künstlich den Genuss. den ihm die Aufnahme der Nahrung bereit.
Und: “Gut gekaut, ist halb verdaut!”
Wer gut kaut, nutzt die Nahrung besser, wird besser gesättigt, braucht weniger Nahrung.
Hufeland:
” Man lebt nicht von dem, was man isst, sondern von dem, was man verdaut!”
Manche Gierschlunde schaufeln riesige Mengen in sich hinein und werden nimmer satt!
Dies trifft besonders bei Fleischessern zu, denn Fleisch kann der Mensch einfach nicht richtig verdauen und verwerten.
Ich schließe mich den Worten Senecas an:
“Pflanzenstoffe sind genügend Nahrung für den Magen, wir brauchen nicht wertvolle Lebewesen hineinzustopfen.
Bakunin, der russische Revolutionär, Anarchist und vielfach kluge Denker befand:
“Vom Tiertöten zum Menschentöten ist nur ein kleiner Schritt!”
Und mit Jean Paul rufe ich aus:
“Gerechter Himmel! Aus wie viel Marterstunden der Tiere lötet sich der Mensch eine einzige Festminute seiner Zunge zusammen!”
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