Der Perversion ein Gesicht geben


Brigitte Rondholz

Liebe Freunde,
manchmal komme ich aus dem Staunen über die Abartigkeit meiner Mitmenschen nicht heraus:
Ein Berliner Student und ein Brandenburger Bauer wollen die Fleischerzeugung umkrempeln.

Schwein 1 hat braune Augenbrauen und einen Fleck am Ohr. Es grunzt zufrieden. Es weiß nicht, dass der Schlachter gleich die Stromzange ansetzen wird. Dass es Momente später mit einer Kette am Hinterbein hochgezogen und per Stich in die Halsschlagader getötet wird. Dass aus ihm dann 123 Kilogramm Fleisch werden. 250 Gläser Wurst, 50 Schlackwürste, 40 Mettringe, dazu Räucherschinken.Auf jedem Glas klebt ein Foto von Schwein 1. Wer die Wurst genießen will, sieht das Tier, das zum Zwecke ihrer Herstellung sein Leben lassen musste. [… ]
[…]Der Ostwind bläst scharf über das Feld. Die Ferkel quieken. Eines wälzt sich im Modder und knabbert an den Wurzeln der Gräser – ein Vergnügen, das dem Bauern Arbeit erspart: „Ich muss dann nicht mehr pflügen.“ Buchmann will noch eine Webcam installieren, dann können seine Kunden ihrer Wurst beim Aufwachsen zusehen.

Hier entlang um das Abartige weiterzulesen
Das kann doch nicht wahr sein, oder? Bitte sagt mir, dass das Satire ist…

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Ja, wir optimistischen Urmethodiker machen den Unterschied als Weltverbesserer!
… weil die Menschen, die verrückt genug sind zu denken, sie könnten die Welt verändern, die sind, die es tun! (frei nach “Think different”)

Hunderte Menschen starben in den letzten Jahren durch Jäger und Jägerwaffen


Allein 2011: Über 40 Tote durch Jäger und Jägerwaffen
Die Initiative zur Abschaffung der Jagd hat 2011 über 40 Tote sowie Hunderte Verletzte durch Jäger und Jägerwaffen in Deutschland dokumentiert – aufgrund vorliegender Presseberichte und ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Darunter sind klassische Jagdunfälle, bei denen Jäger, Treiber oder Spaziergänger aus Versehen statt eines Wildtiers erschossen werden. Hinzu kommen die Familientragödien und Straftaten mit Jägerwaffen: Gerade in Jägerhaushalten, wo Waffen leicht verfügbar sind, kommt es immer wieder zu tödlichen Familientragödien, wenn ein Jäger seine Frau, die Ex-Frau oder einen Nebenbuhler erschießt. Auch Nachbarn oder Mieter wurden 2011 von Jägern erschossen.

Kennt man ja seit Jahren: Jäger spielen Opferzahlen herunter

Offizielle Statistiken gibt es nicht – Jäger zählen nur die Zahl der Wildtiere, die sie erschießen. Und weil in den letzten Wochen und Monaten immer wieder in den Medien über Tote und Verletzte durch Jäger und Jägerwaffen berichtet wurde, spielen der Deutsche Jagdschutzverband sowie die einschlägigen Jägerzeitschriften die Opferzahlen nun herunter:

„Jagdunfälle – Weniger als behauptet“, titelt die Jägerzeitschrift WILD UND HUND Anfang Februar (Ausgabe 3/2012) und schreibt: „Angaben des Statistischen Bundesamtes widerlegen Behauptungen von Jagdgegnern, dass überproportional viele Unfälle auf der Jagd passieren.“

Der Deutsche Jagdschutzverband veröffentlichte eigens eine Pressemitteilung mit dem Titel: „Daten zu Unfallrisiken widerlegen Behauptungen von Jagdgegnern“ (9.12.2011). Darin hießt es: „Die Bundesgemeinschaft der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften listet für das Jahr 2010 zwei Tote durch Schusswaffen – bei 350.500 Jagdscheininhabern in Deutschland“.

Alles Jägerlatein! Das Statistische Bundesamt führt gar keine Statistik über Tote und Verletzte durch Jäger und Jägerwaffen – sondern zählt lediglich „tödliche Unfälle mit Feuerwaffen“ (für 2010 werden 11 Tote genannt). In die Rubrik „tödliche Unfälle mit Feuerwaffen“ fällt allerdings höchstens der klassische Jagdunfall, also wenn ein Jäger bei der Jagd einen Jägerkollegen aus Versehen erschießt und es wirklich ein Unfall und keine fahrlässige Tötung war. Fahrlässige Tötung und natürlich alle Familientragödien („Jäger erschießt Ehefrau“) sowie andere Straftaten mit Jägerwaffen („Jäger erschießt Mieter“) fallen nicht in die Rubrik „Unfälle“. Deswegen tauchen diese Fälle auch nicht bei den Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften auf, die jedes Jahr immerhin um die 1.000 Verletzte durch Jagdunfälle zählen. Betroffen von den „Unfällen“ sind immer wieder auch unbeteiligte Menschen wie Spaziergänger, Jogger, Fahrradfahrer oder Landwirte auf dem Feld, die von Jägerkugeln getroffen und verletzt werden.

Hunderte Menschen starben in den letzten Jahren durch Jäger und Jägerwaffen

Die Initiative zur Abschaffung der Jagd dokumentiert seit 2002 – also inzwischen seit zehn Jahren – Fälle von Toten und Verletzten durch Jäger und Jägerwaffen. Diese Dokumentation über Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen ist allgemein zugänglich im Internet einzusehen:

Hier nachlesen!

Jeder kann dort selbst die Zahl der Toten und Verletzten nachzählen.

Die Dokumentation wurde aufgrund von Presseberichten erstellt. Die Aufstellung erhebt daher keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist vermutlich nur die Spitze des Eisbergs.

Zählen Sie selbst: Über 40 Tote durch Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen im Jahr 2011

Jäger erschießt Mieter (fuldainfo.de, 5.12.2011) – Nach Ermittlungen der Polizei Bad Hersfeld war der Jäger stark alkoholisiert und der Mieter mit der Miete im Rückstand.

(1 Toter)

Mieter und Partnerin mit Schrotgewehr erschossen (nachrichten.t-online.de,5.12.2012). Demnach kam es in Völklingen (Saarland) zwischen einem Vermieter und seinen Mietern zu einem Streit um Miete und Nebenkosten. Daraufhin nahm der 81-jährige Vermieter sein Schrotgewehr und erschoss seine Mieter, einen 35-jährigen Mann und dessen 49-jährige Partnerin – vor den Augen der beiden Kinder (neun und zehn Jahre alt).

(2 Tote)

40-Jähriger von Jäger erschossen (Leipziger Volkszeitung, 26.11.2011) Ein 40-jähriger Mann, der am Samstagvormittag mit seinem Hund unterwegs war, wurde bei einem Jagdunfall tödlich verletzt.

(1 Toter)

77-jähriger Jäger erschießt Ehefrau und sich selbst (Online-Ausgabe der Rheinischen Post,2.11.2011). Demnach hat ein 77-jähriger Jäger vor einer Jagdhütte im Teutoburger Wald seine Ehefrau, zwei Jagdhunde und sich selbst erschossen.

(2 Tote)

Mutter mit Jagdgewehr erschossen (NDR, 2.11.2011) Ein 40-jähriger Mann steht wegen Mordes an seiner Mutter vor dem Osnabrücker Landgericht. Dies berichtet der. „Er gab zu, seine Mutter mit dem Jagdgewehr seines verstorbenen Vaters erschossen zu haben“, so der NDR.

(1 Tote)

Frau bedroht und sich selbst erschossen (Generalanzeiger Bonn, 25.10.2011) – Großeinsatz für das SEK in Niederdollendorf

(1 Toter)

Jäger stürzt und erschießt sich selbst (Kölner Express,20.10.2011) „Der Jäger war mit seiner Frau Annett in seinem Revier unterwegs. Während er mit seinem Hund auf die Pirsch ging, wollte sie Pilze sammeln. Doch plötzlich hallte ein Schuss durch den Wald.“

(1 Toter)

Jäger auf Polizeistation: „Ich habe gerade meine Frau erschossen“ (Polizei Münster, 11.10.2011) Ein Jäger geht morgens kurz vor 7 Uhr mit seinem Gewehr zur Polizei, legt die Jagdbüchse auf den Tresen und teilt den Polizeibeamten mit: „Ich habe gerade meine Frau erschossen“. „Für die 49-jährige Ehefrau kam jede Hilfe zu spät“, melden die Staatsanwaltschaft und die Polizei Münster in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

(1 Tote)

Beziehungsdrama mit zwei Toten (nordbayern.de, 10.10.2011) „Vermutlich aus Eifersucht hat ein Rentner seine Ehefrau und deren neuen Lebenspartner erschossen. Dann versuchte er, sich selbst zu töten.“ Der mutmaßliche Täter schwebt noch in Lebensgefahr.

(2 Tote)

„Fangschuss“ für Ehefrau (Thüringer Allgemeine, 8.10.2011) Prozess um die »Bluttat von Wiehe«: Im April hatte ein 63-jähriger Jäger nach einem Streit seine 61-jährige Ex-Frau mit einem Revolver zunächst in die Schulter und dann aus kurzer Distanz in den Kopf geschossen. »Ich denke, dass ich wie ein Jäger gehandelt habe«, sagte der Angeklagte vor Gericht dazu aus. »Der Jäger und Schützenbruder interpretierte den zweiten Revolverschuss als sogenannten `Fangschuss´. Ein aufgesetzter Schuss sei es nicht gewesen«, so die Zeitung.

(1 Tote)

63-jähriger Jäger erschießt seine Ex-Frau (dpa 14.9.2011) „Der Jäger soll nach einem Streit mit seiner geschiedenen Frau einen Revolver aus seinem Waffenschrank geholt und ihr zunächst in die linke Schulter geschossen haben. Danach habe er die schwer verletzte 61-Jährige geohrfeigt und ihr aus kurzer Distanz in den Kopf geschossen.“ Der Jäger sei stark betrunken gewesen.

(1 Tote)

»Lebensgefährtin mit Jagdgewehr erschossen« (BILD, 1.8.2011) Laut Polizei habe ein Jäger am 29.7.2011 in Lauffen (Kreis Heilbronn) seine 46-jährige Frau mit seinem Jagdgewehr in die Brust geschossen – wohl, weil sie sich von ihm trennen wollte.

(1 Tote)

Ehefrau und sich selbst erschossen (Volksfreund, 17.7.2011) Ein 72-Jähriger erschoss im Westerwald zuerst seine 69-jährige Ehefrau und dann sich selbst erschossen.

(2 Tote)

Jäger erschießt 16-jährigen Einbrecher (Weser-Kurier,14.7.2011) Eine Gruppe von Jugendlichen wollte bei dem Rentner Geld und Wertgegenstände klauen und löste die Alarmanlage aus. Der Jäger erschoss einen flüchtenden 16-Jährigen. „Gegen den Rentner, der als Jäger über mehrere Waffen verfügt, wird wegen Totschlagverdachts ermittelt.“

(1 Toter)

Erst Ehefrau erschossen, dann Waffe gegen sich selbst gerichtet (Schwäbische Zeitung, 8.07.2011) Ein 90 Jahre alter Rentner hat im Schwarzwald seine 86 Jahre alte Frau erschossen. Anschließend richtete er die Waffe gegen sich selbst und wurde lebensgefährlich verletzt.

(1 Tote)

„Mann stirbt bei Jagd-Unfall“ (bild.de, 15.6.2011). Der Jäger hat sich aus Versehen selbst erschossen: „Wie die örtliche Polizei mitteilte, hatte ein 68-jähriger Mann zunächst ein Reh erlegt“, so newsburger.de am 15.6.2011. Als der Jäger nach dem erschossenen Reh sehen wollte, sei er offenbar so unglücklich gestürzt, dass sich dabei ein Schuss aus seinem Gewehr löste.

(1 Toter)

Jäger erschoss Frau und sich selbst (WELT online am 9.6.2011) „Millionär tötet seine Frau und richtet sich selbst“, titelte WELT online am 9.6.2011. Zwei Tage später, am 11.6.2011, meldete az-web.de: „Als Jäger habe der Mann auch die Berechtigung gehabt, über Waffen zu verfügen.“
(2 Tote)

Jäger erschießt Nachbarn (bild.de, 23.5.2011) Ein 64-Jähriger ist im niedersächsischen Emlichheim von seinem Nachbarn erschossen worden. Nach einem kurzen Streitgespräch habe der Mann eine Pistole gezogen und einen Schuss auf das Opfer abgegeben. Der mutmaßliche Täter sei Polizeiangaben zufolge Jäger.

(1 Toter)

Familiendrama mit drei Toten (stern.de, 20.5.2011). Die Polizei vermutet, dass ein 85-jähriger Mann in Kassel erst seine 84-jährige Ehefrau und die 55-jährigen Tochter und dann sich selbst erschossen hat.

(3 Tote)

„Mann gesteht tödliche Schüsse auf Ex-Frau“ (bild.de, 9.5.2011) Der 39-Jährige habe zugegeben, seine Ex-Frau in Bad Arolsen erschossen zu haben – in ihrer Garageneinfahrt.

(1 Tote)

Ehefrau und sich selbst erschossen (Augsburger Allgemeine, 20.4.2011) „Nach Informationen der Polizei hat der 64-jährige Ehemann seine 51-jährige Frau im Bett erschossen und sich dann selbst mit der Waffe gerichtet“, so die Zeitung. Bei der verwendeten Tatwaffe habe es sich um einen Revolver, Kaliber 38 gehandelt, den der Mann legal in seinem Besitz hatte.

(2 Tote)

Jäger erschießt sich selbst (Aachener Zeitung, 6.4.2011) Der ehemalige Vorsitzende der Kreisjägerschaft Aachen hat sich auf einem Hochsitz bei der Jagd erschossen. Wenige Tage zuvor habe sich der Jäger bei der Aachener Polizei wegen Veruntreuung selbst angezeigt.

(1 Toter)

Jäger erschießt Ex-Frau (dpa, 4.4.2011) Im Streit holte ein 63-jähriger Jäger aus Thüringen seinen Revolver aus dem Waffenschrank und schoss mehrmals auf seine 61-jährige Ex-Frau.

(1 Tote)

3 Tote auf Jäger-Schießplatz (MDR, 4.3.2011) Ein 28-Jähriger hat auf einem Schießplatz der Jägerschaft Genthin erst drei Menschen erschossen und dann sich selbst auf der Flucht mit einem Kopfschutz selbst gerichtet. Der Schießplatz der Jäger sei gut umzäunt, ohne Schlüssel komme hier niemand herein, berichtet die Märkische Allgemeine am 05.03.2011.
Bei den Opfern handelte es sich um 25-jährigen Jagdschüler (25) aus der Stadt Brandenburg, dessen Mutter (44) und den Schießplatzwart (62). „Wie die Polizei mitteilte, hatten die 44-Jährige und ihr 25 Jahre alter Sohn den Schießstand der Jägerschaft oft für ihr Training genutzt.“

(3 Tote)

Jäger erschießt Mutter und sich (dpa, 9.2.2011). In der Nähe von Ingolstadt hat ein 53-jähriger Sohn seine 83-jährige Mutter mit einer Pistole erschossen, anschließnd erschoss er sich selbst. „Für die Pistole besaß der 53-Jährige die waffenrechtliche Erlaubnis. Wie es hieß, war er Jäger“.

(2 Tote)

„Klassischer“ Jagdunfall: Jäger stürzt von Hochsitz (Trierischer Volksfreund, 26.1.11) „Ein 84-jähriger Jäger ist in einem Waldstück der Gemeinde Merschbach von einem Hochsitz gestürzt und hat sich dabei tödlich verletzt.“ Es läge kein Fremdverschulden vor.

(1 Toter)

84-jähriger Jäger erschießt Ehefrau und sich selbst (Rhein-Zeitung, 12.1.2011) Ehedrama im Kreis Bad Kreuznach: Ein 84 Jahre alter Jäger erschoss mit einem 38er-Revolver zunächst seine 71-jährige Frau und dann sich selbst. „Der Jäger hatte den Revolver, mit dem er sich und seine Frau erschoss, legal besessen.“

(2 Tote)

61-jähriger Jäger erschießt Ehefrau und sich selbst (bild.de am 3.1.2011) Ein 61-jähriger Zahnarzt und Jäger hat erst seine zwei Jahre jüngere Frau erschossen und dann sich selbst. „Der passionierte Jäger und Waffenbesitzer war noch am Sonntag lebend gesehen worden und am Montag nicht zur Arbeit in seiner Praxis erschienen“.

(2 Tote)

Die Dokumentation wurde aufgrund von vorliegenden Presseberichten erstellt. Die Aufstellung erhebt daher keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist vermutlich nur die Spitze des Eisbergs.

Hier nachlesen!

Initiative zur Abschaffung der Jagd
Kurt Eicher, Biologe Studiendirektor
Derfflingerstr. 2
74080 Heilbronn

Tel.: 07131/48 12 63
e-mail: info@abschaffung-der-jagd.de
Abschaffung-der-Jagd.de
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Ja, wir optimistischen Urmethodiker machen den Unterschied als Weltverbesserer!
… weil die Menschen, die verrückt genug sind zu denken, sie könnten die Welt verändern, die sind, die es tun! (frei nach “Think different”)