Über mich und wie alles begann

 

 

Brigitte Rondholz (heute mit 65 Jahren) vor dem Seminarhaus in der Nähe von Wilhelmshaven

 

 

Turnen an der frischen Luft oder Sonnenbaden …


Das macht auch noch im Seniorenalter eine Top-Figur …

Wie alles begann …

Mein Leben VOR der Naturkost liegt nun zwei Jahrzehnte zurück. Ich kann heute selbst nicht mehr verstehen, warum ich nicht viel eher darauf gekommen bin, eine Ernährung zu praktizieren, die so einfach, lustvoll und schön ist und die uns von der Natur direkt in die Wiege gelegt wurde ! Hier ein kurzer Rückblick:

Als ich heiratete und meine ersten drei Kinder geboren wurden, kochte ich ziemlich »normal«. Meine Brote, meine Torten, meine Aufläufe waren nicht nur bei meiner Familie hoch geschätzt. »Mamis Kartoffelsalat« ist an Heiligabend bei meinen Töchtern, die zwar vegetarisch, aber nicht urköstlich leben, immer noch der Hit. Der Beruf meines damaligen Mannes und Vaters meiner vier Töchter führte mich in ferne Länder und ich lernte viel über die dort übliche Küche. Ich liebte es, Rezepte zu sammeln, in Kochbüchern zu stöbern und mehrgängige Menüs auf den Tisch zu zaubern. Ich kaufte auf Märkten herrliche, frische Zutaten, um sie dann in heißem Fett oder siedendem Wasser zu entwerten. Merkwürdig aus heutiger Sicht. Irgendwann stieß ich dann auf Bücher, die mich zur »Vollwertkost« führten. Die heilige Hildegard und Dr. med. Bruker seien hier stellvertretend für diese Richtung genannt. »Berühmt« war auch mein Dinkelbrot: Es schmeckte lecker, wenn es, noch warm, dick mit Butter bestrichen und Käse belegt wurde!

Doch meine Familie hatte immer wieder Erkältungen, Allergien, Neurodermitis und andere »Zipperlein«, und ich ahnte, dass das mit der Ernährung zusammenhängen könnte. Ich probierte alles Mögliche aus, doch die verschiedenen Varianten der Ernährung stellten mich immer nur für kurze Zeit zufrieden ! Die Suche ging also immer weiter.

Als ich mit einundvierzig Jahren noch einmal schwanger wurde, wusste ich eines ganz sicher: Bei meinem vierten Kind wollte ich eine natürliche Geburt erleben. Die drei ersten Kinder waren mit Kaiserschnitt zur Welt gekommen oder mit der Zange »geholt« worden. Das wollte ich nicht noch einmal durchleiden. Es stand für mich fest, dass es nicht im Sinne des Schöpfers und der Natur sein konnte, seine Nachkommenschaft in sterilen Kliniken mit Apparaturen und vielen technischen und medikamentösen Hilfsmitteln auf die Welt zu bringen ! Gegen die gut gemeinten Ratschläge und Warnungen der Ärzte, dass eine natürliche Geburt nach so vielen Kaiserschnitten schwierig, wenn nicht unmöglich sei, war ich fest entschlossen.

Doch wie sollte ich das schaffen? Ich kam recht schnell selbst darauf: Wenn ich eine natürliche Geburt haben wollte, musste ich erst einmal so naturgemäß wie irgend möglich leben und vor allen Dingen essen! Mit einem Mal wurde mir bewusst, welch großen Einfluss das Essen auf uns und unser Leben hat. Und ich begann, hauptsächlich Obst und Gemüse zu essen, Letzteres allerdings oft noch gedünstet. Ich muss heute schmunzeln, wenn ich daran denke, aber anfangs fiel es mir tatsächlich schwer, mich von meinen heiß geliebten Kartoffeln zu trennen. Und so gelang es mir, nach einer unproblematischen Schwangerschaft eine natürliche Geburt zu erleben – ohne Hilfsmittel, ohne technische Geräte, ohne Medikamente. Das war eine wunderschöne Erfahrung für mich
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Mit der sich nun anschließenden Stillzeit wurde mein Wille immer größer, zu den Wurzeln der wirklich naturgemäßen Ernährung zu gelangen. Nach Sommer, Walker, Ehret, Shelton, Wandmaker und anderen Anhängern der natural hygiene-Bewegung (die mich leider nicht von Heißhungerattacken befreiten), fiel mir dann endlich Der große Gesundheits-Konz mit der für mich noch etwas ominösen »Urkost« in die Hände.

Dieses Buch las sich für mich wie eine Offenbarung – stellte sich doch schnell heraus, dass die Wildpflanzen der Missing Link waren, der mir zu einer wirklich befriedigenden Ernährung verhalf. Ich probierte es also aus. Und, was soll ich sagen? Mein Energielevel erhöhte sich drastisch! Hatte ich früher mit Müdigkeit um die Mittagszeit zu kämpfen, reichten mir nun die nächtlichen sechs bis acht Stunden Schlaf völlig aus. Meine Verdauung verbesserte sich unglaublich. Aber das Tollste war, dass ich meine vierte Tochter voll stillen konnte. Im ganzen ersten Lebensjahr bekam sie ausschließlich Muttermilch, und was sie sonst noch essen wollte, grapschte sie mir aus dem Mund: Bananen, Wassermelonen oder andere Leckereien ! Sie gedieh prächtig, war niemals krank und ich stillte sie fast vier Jahre lang! Zwei Monate vor ihrem vierten Geburtstag stillte sie sich selbst mit den Worten »Mami, jetzt will ich mich nicht mehr stillen« ab, und mir wurde plötzlich bewusst, dass jedes Abstillen vonseiten der Mutter ein gegen die Natur gerichtetes Handeln und dass Muttermilch die allererste Urnahrung des Menschen ist.

Mein Leben wurde durch die Naturkost viel einfacher und lustvoller. Letzteres war ein angenehmer Nebeneffekt: kein Kochen, (fast) kein lästiger Abwasch mehr. Was für ein Gewinn! Das bringt mich zu der häufig gestellten Frage: »Was kann man denn überhaupt noch essen ?«

Meine Antwort: »(Fast) Alles, was wächst !«

Und dass dies eine schier unglaubliche Vielfalt ist, wird jeder Naturfreund sofort bestätigen. Es gibt so unzählige Varianten von wunderbaren und schmackhaften Früchten, Gemüsesorten und Wildpflanzen, dass man mit Fug und Recht und ohne jede Übertreibung sagen kann:

Naturkost ist abwechslungsreich und schmeckt herrlich lecker! Sie werden bis ans Ende Ihres Lebens niemals alles probieren können, was essbar ist.

Wie lustvoll ist es, eine süße, vor Saft triefende Mango zu essen und zu genießen – »aus der Hand in den Mund« ist hier immer ein besonderer Genuss.

Nur ein kleiner Teil der Menschen benutzt überhaupt Hilfsmittel zum Essen wie Messer, Gabel oder Stäbchen. Die meisten Menschen essen mit ihren Fingern und das rate ich ihnen auch bei der Frischkost, denn so wird Ihr Genuss umso größer sein. Messer und Gabel sind Reliquien der Kochkost und nur hier machen sie Sinn.

Doch zurück zu den Früchten: Essen sie einmal das köstlich sahnige Fruchtfleisch einer reifen Avocado ohne diese Hilfsmittel – was für ein Genuss, wenn sie die Avocado vorher wie eine Pellkartoffel pellen und dann beherzt hineinbeißen!

 

Ein saftiger, knackiger Apfel frisch vom Baum schenkt Ihnen ebenfalls sinnlichen Hochgenuss

Wer jemals die asiatische paradiesisch süße und cremige Urfrucht Durian genussvoll schlecken und schmecken konnte, wird bestätigen können: Früchte zu essen ist unglaublich lustvoll.

Ein Fest für die Sinne. Und so ist es sehr fried- und lustvoll, ein urköstliches Leben zu führen.
Ihre Brigitte Rondholz